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Archive for März 2011

Konono No.1 im UT Connewitz

Zwei Elemente zeichnen das musikalische Grundgerüst von Konono No. 1 aus: ekstatische Percussions (in diesem Fall Congas, Marimba und ein reduziertes Schlagzeug) und die selbst gebauten likembe, die den Sound der kongolesischen Band unverwechselbar machen. Anders als in ihrer Heimat, wo diese Formen traditioneller Musik aufgrund der Assoziationen mit der Mobutu-Diktatur – als ihr masikulu-Stil staatstragende Musik war, die im Zuge der Afrikanisierungskampagne gegen den Einfluss fremder Musikstile entsprechend gefördert wurde – unter jungen Leuten weniger populär sind, erfreuen sich Konono No. 1 seit einigen Jahren einer steigenden Beliebtheit in Europa, wo spätestens seit der Fussball-WM im letzten Sommer afrikanische Musik in den Focus europäischer Hipster gerückt ist. Teilweise ist dies auch durch die Nähe zu Dubstep und Techno erklärbar (den Klang der Daumenpianos verglich man im englischen Guardian nicht ganz unpassend mit Underworld’s Single-Klassiker „Rez“). Wie in diesen Stilen geht es auch im Live-Gig von Konono No. 1 weniger um die Songs als solche – in ihrer Länge als Zugeständnis ans Publikum an die Normen europäischer Club-Konzerte angepasst –, sondern um das unmittelbare Tanzerlebnis. Ergänzt durch eine passende Lichtshow hat man hier das Gefühl, einem akustischen Techno-Event beizuwohnen. Dies lässt einen Auftritt im Berliner Berghain nur konsequent erscheinen. Die DJ-Sets von Filbert und Zhao rahmen das Ganze mit Electronica-, Kwaito- und Grime-Stücken perfekt ein.

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